Lecker unterwegs: Das Aalener Spionle

Ein bisschen mehr als vier Jahre habe ich nun in Aalen und Umgebung gewohnt. Da ich der Ostalb nun aus familiären Gründen den Rücken zuwende wird es vor meinem Wegzug also ultimativ Zeit endlich das kulinarische Wahrzeichen der Stadt zu probieren: das Aalener Spionle!

Das Aalener Spionle, oder wie man hier im aalener Slang sagen würde: das Olamer Spionle ist eine echte Ikone in der Region. Seit 1927 wird die Süßspeise ausschließlich von der Konditorei Amann hergestellt und gehört in jede Aalen-Touri-Tüte.

Zusammen setzt sich das ostälbler Hüftgold aus einer knackigen Schokoladenhülle, einer cremigen Nougatfüllung sowie einem goldgelben Marzipan-Makronenboden. Auf Grund der Konsistenz und Hülle aus Schokolade ist das Spionle sehr wärmeempfindlich und ist daher in den sehr heißen Monaten nicht immer erhältlich. Wie die süße Sünde aber in den Produktionsmonaten zu verzehren ist, darüber streiten sich die Geister. Ein bisschen verhält es sich beim Aalener Spionle wie mit einem Eis am Stil – denn auch hier gibt es die Beißer und die Lutscher. Während die einen also darauf schwören das Spionle Biss für Biss zu genießen, löffeln die anderen ihr Spionle gemächlich mit Hilfe des Makronenbodens aus.

Die Aalener Spionle gibt es in unterschiedlichen Packungsgrößen:

  • Einzel – 1,30 Euro
  • 4er Pack – 5,80 Euro
  • 6er Pack – 8,40 Euro
  • 10er Pack – 13,60 Euro

Übrigens: die Konditorei Amann verschickt ihre kleinen Spione auch; hier geht’s zum Bestellformular.

Und wenn ihr euch jetzt noch fragt, woher dass Spionle eigentlich seinen Namen hat – hier gibt es die historische Auflösung:

Der Spion von Aalen
Zu der Zeit, als Aalen noch eine freie Reichsstadt war,
hatte sie einmal Streit mit ihrem Oberherrn, dem deutschen Kaiser.
Der Kaiser kam mit einem Kriegsheer herangezogen, die Stadt zu belagern.
Da beschlossen die Aalener, einen pfiffigen Bürger aus ihrer Mitte zu erwählen
und als Spion auszusenden, damit er Stärke und Vorhaben des kaiserlichen
Heeres auskundschafte. Sie fanden auch bald den rechten, und der Mann begab
sich geradewegs in das Lager der Feinde.
Er wurde von den Wachleuten abgefangen und vor den Kaiser und seine
Feldobersten geführt. Ehrerbietigst zog der Aalener seinen Hut und sprach:
„Grüß Gott Ihr Herre!“ Der Kaiser fragte ihn, wer er sei und was er
im Lager wolle. Seinem Auftrag getreu und seiner Sache gewiß, antwortete der Wackere:
„Erschrecket fein nur net, ihr hohe Herre, i bin bloß der Spion von Aale
und möcht` euer Lager ein wenig besehen und auskundschaften, wieviel Kanonen
und Musketen und sonstig Kriegszeug ihr habt.“ Da lachte der Kaiser und sein Gefolge
über den einfältigen Aalener Spion und gestattete ihm freundlich, durchs Lager
zu gehen und auszukundschaften, was er seiner Vaterstadt zu melden für wichtig halte.
„I dank euch auch, ihr Herre!“ sagte der Mann zum Abschied
und machte sich wieder davon, Aalen zu. Der Kaiser aber zog mit seinem Heere wieder ab,
weil er einer Stadt, die so pfiffige und mutige Bürger in ihren Mauern hatte,
keinen Schaden zufügen wollte. Aus Dankbarkeit und zum dauernden Gedenken setzten die Aalener ihrem Spion ein Denkmal: An der Rathausuhr wurde er lebensgetreu nachgebildet; mit dem Perpendikel dreht er zugleich seinen Kopf hin und her und schneidet Grimassen dazu. Und das tut er bis zum heutigen Tag, zu Spaß und Freude der Aalener Bürger und aller Besucher ihres Städtleins.
Sagen und Schwänke der Schwäbischen Alb

Leckeres Fernweh,

unterschrift

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