Stylish unterwegs: Made in Berlin

Vorbei sind die Zeiten, als man sich heimlich in schmale Gassen, oder auf Flohmärkte schleichen musste um günstig Kleidung aus zweiter Hand kaufen zu können. Second Hand hat den Schmuddelruf von früher schon lange verloren und gehört mittlerweile unter Hippstern sogar zum guten Ton. Ob Marken Vintage oder klassische Second Hand Ware, das Geschäft mit der aufgetragenen Kleidung ist längst nicht mehr nur in kleinen individuellen Shops zu bekommen, mittlerweile hat sich nämlich auch in diesem Modebereich das Kettengeschäft etabliert.

Wie keine andere Stadt steht Berlin für Urban Fashion, eine Prise Street Style, ein bisschen abgewetzt, individuell und dabei stets eigenwillig charmant – arm aber sexy eben. Das die Second Hand Kultur hier auf fruchtbaren Boden fällt sollte daher nicht verwundern. Trotzdem bin ich bisher leider nie wirklich über den Ku’damm hinaus gekommen und das, obwohl Berlin und ich schon lange keine Fremden mehr sind. Um dem Klischee treu zu bleiben habe ich nämlich tatsächlich exil-schwäbische Verwandtschaft in der Hauptstadt und komme auch so eigentlich fast jedes Jahr arbeitsbedingt für Seminare und Schulungen an die Spree.

Das Problem bisher: Ich bin weder Hipster, noch eine sonderliche Fashionista (sonst wäre das hier wohl auch ein Modeblog). Um genau zu sein, bin ich eigentlich eher eine klassische Marken-Barbie, was vielleicht erklärt, warum ich bisher so sehr von den hellen Lichtern mit den großen Namen angezogen wurde. Was hat also dazu geführt, dass ich dieses mal meine gewohnten Pfade verlassen habe? Das Fernsehen! Denn nachdem Made in Berlin mittlerweile schon gefühlte hundert Mal in diversen Shopping Queen Folgen aufgetaucht ist musste auch ich irgendwann in einen der größten Berliner Second Hand Stores gehen.

Ich gebe zu, ein wirklicher Geheimtipp ist das damit natürlich nicht mehr. Trotzdem lohnt sich der Besuch, denn hier werden tatsächlich, wie in kaum einem anderen Laden, die weiblichen Urinstinkte des Suchen und Sammelns angesprochen. Wer sich gleich kiloweise neu einkleiden will, der kann im Schwesterstore Pick n Weight seine Fundstücke auf die Goldwaage legen. Hier werden Shirts und Co. nämlich nicht nach Stückpreisen, sondern nach Gewicht bezahlt. Als weitere Anlaufstellen seien hier noch schnell das Colours und das Garage genannt, gekauft wird nach dem gleichen Prinzip, allerdings in etwas abgerockterer Atmosphäre. Alle vier Läden sind unter dem Dach von KLEIDERMARKT vereint der noch zwei weitere Pick n Weight Läden in Hamburg betreibt.

Mein Fazit

Das Angebot im Made in Berlin ist für ein modisches Landei wie mich, bisher maßgeblich von einschlägigen schwäbischen Outletcentern geprägt, zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig. Vintage ist hier tatsächlich noch Vintage, das heißt hier bekommt man neben schlammbraunen Seidenblusen im 70er Paisleymuster, pailletenbesetzten Cocktailkleidern und Cowboyboots auch Kittelschürzen mit Prilblumendruck. Zum stöbern eine super Sache, allerdings muss man in jedem Fall Geduld und Zeit mitbringen. Wer keine Lust hat nach der passenden Kleidergröße zu suchen, der findet in jedem Fall ein passendes Accessoire – und sei es nur eines der zahlreichen Seidentücher, die das Treppengeländer im Laden schmücken. Bei vielen Stücken musste ich aber tatsächlich denken „Stimmt, meine Oma hatte sowas auch mal“ – und das meine ich nicht positiv! Offensichtlich bin ich also doch noch nicht soweit mich modisch voll in den Vintage Hipster zu verwandeln.

Made in Berlin
Neu Schönhauser Str. 19, Berlin
Opening Hours:
Mo.-Sa. 12-20h // Happy Hour Di. 12-15h 20%
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