Cornwall – Kernow

Verträumte Landschaften, steil abfallende Küsten, Intrigen und wahre Liebe. Vermutlich sind es diese Dinge, an die der deutsche Fernsehzuschauer als erstes bei dem Wort Cornwall denkt. Immerhin kennen viele von uns die Region im Westen Englands nur aus den kitschigen Rosamunde Pilcher Verfilmungen. Als ehemalige Studentin der altenglischen Sprache, denke ich natürlich als erstes an King Arthur, immerhin wurde dieser der Sage nach in Cornwall geboren…damals, als Uther Pendragon gemeinsam mit Merlin die schöne Igraine, Tochter des Amlawdd Wledig umworben hat…aber das ist eine andere Geschichte.

  • Wie man am besten hin kommt: Cornwall erkundet man am besten mit einem Mietwagen. Für die Anreise aus Mittel- und Süddeutschland bietet sich am ehesten das Flugzeug an, die günstigste Verbindung ist dabei die nach London. Von dort aus gelangt man nach ca. 3 Stunden Fahrzeit in den Dartmoor Nationalpark(wunderschön, gerade bei schlechtem Wetter), von dem aus meine Expedition begonnen hat. Andere, aber sehr viel teurere, Flugziele sind Exeter und Bristol. Von Norddeutschland aus lohnt sich eventuell auch die Fähre von Rotterdam.
  • Wo man am besten wohnen sollte: Wer Cornwall erleben will und dabei auf wechselnde Unterkünfte verzichten möchte, der sollte sein Basislager am Besten in Bodmin aufschlagen. Von hier aus lassen sich alle Ziele bequem erreichen. Wer es etwas städtischer möchte kann auch auf Plymouth ausweichen. Echten Cornwall-Fans empfehle ich allerdings die Rundreise. Ob B&B oder Jugendherberge (die in Großbritannien nicht nur gepflegt werden, sondern auch an traumhaften Spots beheimatet sind) ist dabei egal – nur Hotels sind für das „echte“ Conrwall Feeling leider fehl am Platz.
  • Typisch Touri: Ein Souvenir im typischen Laura Ashley Stil, sich fragen wo eigentlich die ganzen Szenen der Rosamunde Pilcher Filme gedreht wurden, eine Theatervorstellung im Minack Theatre
  • Kulinarisch: Cornish Pasty und Cream Tea gehören zu Cornwall wie die Butter aufs Brot. Spätestens um 15 Uhr versammelt sich der anständige Cornishman nämlich um seine Teetasse und genießt dabei ein oder zwei Scones mit clotted cream und jam.
  • Muss nicht unbedingt sein: Die Riviera Cornwalls wird das Küstenörtchen St. Ives auf Grund seines beinahe milden Klimas gerne genannt. Verträumt und schmuck, wie aus einem Rosamunde Pilcher Roman entsprungen wird das Städtchen in vielen Reiseführern angepriesen. Wer St. Ives dann aber tatsächlich einen Besuch abstattet, wird eher enttäuscht werden. Von Romantik ist zwischen all dem Tourinap nur wenig zu spüren.
  • Für Trittfeste: Was für den Festlandbewohner der Camino de Santiago, ist für den Engländer der Coastal Path. Der längste Fernwanderweg Englands erstreckt sich über 1014km von Minehead in Somerset entlang der Küste bis in die Grafschaft Dorset. Ursprünglich für die Coast Guards angelegt um „bequem“ von Leuchttum zu Leuchttum wandern und dabei potentielle Schmuggler entdecken zu können gehört er heute zu einem der beliebtesten Wanderwege Europas.
  • Tipp: König Artus und seine weltbekannte Tafelrunde sind in Cornwall omnipräsent. Wer auf Artus Spuren wandelt, der kommt um das Geburtsschloss des mystischen Königs – Tintagel – nicht herum. Cornish rau, ursprünglich und trotzdem nur einen Steinwurf von der Ruine entfernt liegt die Jugendherberge des kleinen Ortes, direkt an der Steilküste –  dort, wo sich die „Straße“ in einen Feldweg verjüngt und außer dem Meer am Horizont nichts mehr in der Windschutzscheibe zu sehen ist (das mit der „verjüngten Straße“ gilt übrigens für alle englischen Jugendherbergen, wobei verjüngt und Straße auch jeweils durch holprig, steinig und Trampelpfad (engl. griddle path) ersetzt werden können. 🙂
  • Anekdoten: Egal wohin wir auf unserer Reise durch Cornwall kamen, nie haben wir das Meer gesehen (mal abgesehen von den Steilküsten). Irgendwie haben wir es immer geschafft just zu dem Zeitpunkt an Strand oder Hafenpromenade aufzuschlagen, an dem das Meer sich für die nächsten 6 Stunden verabschiedet hatte. Dafür wären wir auf dem Rückweg vom St. Michaels Mount beinahe Opfer der Springflut geworden, die schießt nämlich derart schnell über den gepflasterten Steg herein, dass man bereits beim ersten Rinnsal die Beine in die Hand (und Kinder Huckepack) nehmen sollte.

Fröhliches Fernweh,

unterschrift

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